Seelentiertherapie
Kleiner Menüknopf
Seelentiertherapie

Krankheitsverständnis

Jeder Mensch trägt ein Ideal-Selbst in sich. Dieses umfasst einen Plan, wie man sich verhalten, fühlen, denken und in der Gesellschaft verordnet sehen will. Dieses Ideal-Selbst wird durch das Seelentier repräsentiert.

Es wird postuliert, dass in einer idealen Umgebung, mit ausreichend Möglichkeiten zu wachsen und sich zu entwickeln, und frei von hindernden Einflüssen, ein Mensch sich analog zu seinem Seelentier entwickelt, und in allen Aspekten diesem entsprechen kann, was ein starkes Gefühl von Identität, Leistung und Sinnhaftigkeit erzeugt. Hindern äußere Umstände, Lebenserfahrungen oder Denkfehler einen Menschen daran, sich entsprechend seinem Seelentier zu entfalten, entstehen innere Spannungszustände, die zu psychischen Störungen führen können.

Es ist davon auszugehen, dass Menschen eine gewisse Menge von Dissonanz bezüglich ihres Seelentiers verkraften können, ohne Symptome einer Störung zu entwickeln. Dieses Maß wäre Equivalent zum klassischen Begriff der Resilienz. Wird das Ausmaß von Dissonanz allerdings überschritten, dekompensiert der Mensch und bildete Symptome aus. Es ist wieder davon auszugehen, dass die meisten Menschen von alleine und ohne äußere Führung den Weg zurück zu ihrem Seelentier finden. Allerdings können äußere Umstände oder prägende Lebenserfahrungen dies verhindern. In anderen Fällen bilden sich Denkmuster oder Verhaltensmuster heraus, die sich stabilisieren, aber nicht mit dem Seelentier kompatibel sind. Diese können für anhaltende Störungen sorgen.

Auch wenn das Seelentier ein stabiles, globales und lebenslang konstantes Muster sein soll, so kann es sicherlich in Einzelfällen vorkommen, dass sich das Seelentier eines Menschen verändert. Entweder durch prägende Lebensereignisse (in Form einer adaptiven, also funktionalen Anpassung an die Umwelt und eigene Erfahrungen), oder durch persönliche Entwicklung über eine lange Zeit. Dieser letzte Prozess soll aber eine seltene Ausnahme sein. Häufiger kann es wohl vorkommen, dass sich die Perspektive auf das eigene Seelentier anpasst. Dies gilt als natürlicher Prozess. Sieht ein Patient sich in der Jugend als jungen Fuchs, so ist dieser vielleicht niedlich, agil und verspielt, neugierig und lebenslustig. Im Alter werden Füchse vorsichtiger, wachsam und der Familie verbunden, territorialer und weiser. Genauso mag sich das Bild des Patienten von sich und seinem Seelentier verändern. Ist ein Mensch in so einem Veränderungsprozess, woher auch immer begründet, kann er den "Kontakt" zu seinem Tier verlieren: es fehlt eine Orientierung, was "richtig" und stimmig ist. Der Mensch fühlt sich verloren, führungslos, und dekompensiert zeitweise. Häufig gelingt zu einem späteren Zeitpunkt die Synthese mit dem Seelentier wieder, und der Mensch stabilisiert sich. In anderen Fällen gelingt dies nicht, und es bilden sich auch hier Störungen aus.